Chili Zucht und Pflege

Anleitungen und Tipps zum Anbau von Chili und Paprika | Samen keimen | Chilis anbauen

Auf dieser Seite findest du Anleitungen und Tipps zur Aufzucht von Chilipflanzen aus Samen und der Pflege von Chilipflanzen. Ein umfangreiches Fachwissen von der besten Methode zur Keimung der Chilisamen, über die Pflege der Pflanzen, bis hin zur Ernte und Verabeitung der reifen Chilis ertwartet dich. Zur Offline-Ansicht und zum Ausdruck werden alle Anleitungen in naher Zukunft auch als PDF Dokumente verfügbar sein.

Chilianbau und Aufzucht aus Saatgut

Chilisamen

Bild: Chilisamen von Bhut Jolokia und Carolina Reaper.

Keimen der Chilisamen

In der Chili Zucht können Pflanzen sowohl aus Samen, als auch aus Stecklingen gezogen werden. Zur Keimung der Chilisamen gibt es verschiedene Methoden. Diese dauern mehr oder weniger lange und unterscheiden sich in ihrer Keimquote. Die einfachste Methode ist, die Chilisamen einfach in feuchte Erde zu setzen und einige Zeit zu warten. Am besten gefällt es den Chilisamen allerdings, wenn sie bei einer Temperatur von 25 - 30 Grad Celsius und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit keimen. Diese Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann durch eine Wärmematte und ein Zimmergewächshaus gewährleistet werden. Zuvor werden die Chilisamen für 24 Stunden in warmem Wasser (nicht zu heiß) oder in Kammillentee eingelegt. Der Kamillentee soll zudem eine keimtötende Wirkung haben. Ich habe persönlich noch schnellere und höhere Keimraten erzielen können, indem ich die Wasserbehältnisse mit den Samen, auf der Wachstumslampe oder der Wärmematte, die 24 Stunden über dauerhaft beheizt habe.

Chilisamen keimen

Bild: Chilisamen keimen sehr gut in warmem Wasser.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Manche Züchter, wie Ed Currie - der Züchter der Carolina Reaper - setzen auch auf eine Simulation des Winter/Frühlingswechsels. Hierzu frieren sie die Chilisamen über eine Nacht ein und geben sie danach in warmes Wasser. Diese Technik habe ich bei meiner Chili Zucht jedoch noch nie angewendet und hatte trotzdem immer sehr gute Erfolge beim Keimen der Chilisamen. Wichtig ist wie gesagt die Temperatur und Luftfeuchtigkeit, diese Werte lassen sich sehr gut mit einem Thermo- und Hygrometer mit Fernfühlern, wie es z.B. in der Reptilienzucht verwendet wird, messen. Ich halte die Temperatur bei der Keimung konstant zwischen 26 und 30 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit bei über 90 Prozent.

Chilisamen keimen Temperatur

Bild: Chilisamen keimen am schnellsten bei Optimalbedingungen.

Die ersten kleinen Chilipflanzen

Mit diesen Tipps und einem wachsamen Auge, lassen sich sehr schnell gute Ergebnisse erzielen und die ersten Chili Keimlinge werden nicht lange auf sich warten lassen. Manche Sorten, wie Chiltepin, brauchen trotzdem ihre 5-10 Tage (statt 4 Wochen), die meisten Sorten lassen sich mit dieser Methode jedoch bereits nach sehr wenigen Tagen blicken. Hier muss ich allerdings hinzufügen, dass ich 6400 Kelvin Kunstlicht in Form von T5 Leuchtstoffröhren einsetze und die Chilis in einem Terrarium aufzüchte. Gerade am Anfang macht das allerdings noch keinen großen Unterschied. Doch dazu später mehr.

Chili Keimlinge

Bild: Junge Chili Keimlinge unter Kunstlicht.

Das Kapitel zur Keimung der Samen ist nun hier zu Ende. Solltet ihr mehrere Keimlinge pro Topf angesetzt haben, gilt es diese nun schnellstmöglich zu pikieren (zu vereinzeln), da die Verbindung der Wurzeln eine Trennung sonst schnell unmöglich macht. Den kleine Chilipflanzen wird es schnell zu eng in ihrem kleinen Anzuchttopf, das nächste Kapitel beschäftigt sich deshalb mit der Frage nach dem richtigen Stellplatz und der Pflege der jungen Chilipflanzen.

Standortwahl und Pflege der jungen Chilipflanzen

Die jungen Chilipflanzen benötigen jetzt vor allem eines, Licht, Licht, Licht und viele Nährstoffe. Wie ich vorhin bereits erwähnt hatte, erzielt eine Kunstlichtbeleuchtung die besten Ergebnisse. Gerade in den dunklen Wintermonaten oder an düsteren Standorten, ist diese für gute Ergebnisse bei der Chilizucht unumgäglich. Ansonsten empfiehlt sich ein sehr heller Fensterstandort oder, wenn es die Temperaturen erlauben, das Anbauen der Chilipflanzen auf dem Balkon und im Garten. In den Monaten vor Anfang/Mitte Mai sollten die Pflanzen allerdings, aufgrund der Frostgefahr, für die Nacht über ins Haus geholt werden.

Bewässerung der Chilipflanzen

Chilis benötigen aufgrund ihrer tropischen Herkunft eine regelmäßge Bewässerung. Wichtig ist hierbei, auf die Signale der Pflanzen zu achten, denn sie mögen auch wiederrum keine zu feuchte Erde. Werden die Chilis zu nass gehalten, kann dies schnell die Pflanze schädigen oder den Wuchs der Chili erheblich beeinträchtigen. Je trockener die Chilipflanzen gehalten werden, desto höher liegt übrigens der Capsaicin-Gehalt der Chilifrüchte. Eine Chili sollte allerdings nie komplett austrocknen, da sie sonst sehr schnell eingehen kann. Ich gieße meine Pflanzen nahezu jeden Tag, verwende hierbei jedoch nur eine sehr geringe Menge an Wasser. Mit dieser Methode habe ich immer sehr gute Ergebnise erhalten und die Chilipflanzen waren zu keiner Zeit zu trocken oder zu feucht. Im Hochsommer und bei dem Anbau unter Glas, muss natürlich mit einem erheblich höheren Wasserbedarf gerechnet werden. Hier empfiehlt es sich die Pflanzen im Extremfall ein bis zwei mal am Tag zu kontrollieren oder auf automatische Bewässerungstechniken zurück zu greifen.

Junge Chilipflanzen

Bild: Junge Chilipflanzen der Sorte Carolina Reaper.

Düngen der Chilipflanzen

Pflanzen der Gattung Capsicum benötigen viele Nährstoffe, insbesondere Stickstoff, Phosphor und Kalium. Bei dem Düngen der Pflanzen ist jedoch zu beachten, dass die Erde meist bereits vorgedüngt ist. Besonders sogenannte Langzeitdünger werden oft verwendet und machen ein Düngen innerhalb der ersten zwei Monate meist überflüssig. Im Zweifelsfall kann man einfach die Zusammensetzung der Nährstoffe auf der Verpackung des verwendeten Mediums prüfen. Wird keinerlei Langzeitdünger verwendet, kann man alle zwei Wochen einen flüssigen Komponentendünger oder Tomatendünger nutzen. Wichtig ist es, Jungpflanzen nicht zu düngen, da ihre Wurzeln sonst verbennen können. Eine Überdüngung kann auch eine erwachsene Chilipflanze schwer schädigen und im schlimmsten Fall wird sie sich nie mehr erholen und eingehen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte kann selbstverständlich auch bei der Chili Zucht auf natürliche organische Dünger zurückgreifen.

Chilis Indoor und Outdoor züchten

Haben die Jungpflanzen erst ein mal eine gewisse Größe erreicht, stellt sich die Frage nach einem neuen Standort für die scharfen Lieblinge. Chilipflanzen können sowohl innerhalb des Hauses, an einem hellen Standplatz oder unter Kuntstlicht, als auch unter freiem Himmel oder im Gewächshaus angebaut werden. Da die weiterführenden Themen diese Seite sprengen würden, geht es ab jetzt auf gesonderten Unterseiten weiter. Ich wünsche euch schon ein mal viel Spaß beim Lesen und ein ertragreiches Jahr!

Weitere Kapitel, Anleitungen und Tipps

Chilizucht Indoor

Chilizucht Outdoor

Blüte und Ernte der Chilis

Schädlingsbekämpfung

Kunstlicht